Swiss Sustainable Finance hat die Schweizer Marktstudie zu nachhaltigen Anlagen 2023 veröffentlicht, diese untersucht nachhaltige Investitionen und die Herausforderungen bei deren Definition und Messung.
Sie stellt fest, dass es in der Schweiz und in der EU keine klare Definition für „nachhaltige“ Anlagen gibt. Die Studie konzentriert sich auf die Integration von Nachhaltigkeit in den Anlagemarkt und liefert Hintergrundinformationen zu verschiedenen Segmenten nachhaltiger Anlagen.
Die Studie untersucht nachhaltige Anlagen aus drei Perspektiven: die Anwendung verschiedener Ansätze, die Einhaltung der Selbstregulierung, und die Klassifizierung auf der Grundlage einer Pilotstudie. Diese Perspektiven verdeutlichen die Komplexität der Klassifizierung nachhaltiger Investitionen und die Notwendigkeit einer allgemein akzeptierten Definition oder Methodik.
Das Gesamtvolumen nachhaltiger Anlagen ist von Ende 2021 bis Ende 2022 um 19% auf 1’610 Milliarden CHF gesunken. Zu den Faktoren, die zu diesem Rückgang beigetragen haben, gehören die Marktentwicklung, die von den Studienteilnehmern verwendeten engeren Definitionen und methodische Änderungen. Nachhaltige Fonds machen rund 52% des gesamten Schweizer Fondsmarktes aus.
Die Studie hebt das Wachstum nachhaltiger thematischer Investitionen und Impact Investing hervor, was das Interesse der Anleger an wirkungsorientierten Investitionen widerspiegelt. Sie stellt einen neuen Ansatz vor, die Klimaausrichtung, die sich auf die Reduzierung des CO2-Fussabdrucks von Portfolios konzentriert. Die Klimaausrichtung macht rund 375 Milliarden CHF oder 20 % des gesamten nachhaltigen Anlagevolumens auf dem Schweizer Markt aus.
Nachhaltige Anlageansätze werden in verschiedenen Anlageklassen angewendet, wobei Aktien, Unternehmensanleihen, Staatsanleihen und Immobilien rund 78% des Gesamtvolumens ausmachen. Private Equity, Infrastruktur und Hypotheken weisen ein Wachstum auf, sind aber im Vergleich zu den Hauptanlageklassen kleiner.
In Bezug auf die regulatorischen Entwicklungen strebt die Schweiz an, ein führender Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen zu werden. Die Regulierungslandschaft ist immer noch fragmentiert, und übergreifende, prinzipienbasierte Regelungen für alle Finanzsektoren würden den Anlegerschutz und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes stärken.
In der EU werden die Vorschriften für nachhaltige Finanzdienstleistungen als Teil eines Aktionsplans zum Aufbau einer grünen Wirtschaft kontinuierlich weiterentwickelt. Die Komplexität des regulatorischen Rahmens stellt die Unternehmen vor Herausforderungen bei der Erfüllung der Offenlegungs- und Berichtspflichten, die Vorschriften haben jedoch zu Verbesserungen bei der Transparenz und den Nachhaltigkeitsbemühungen geführt.
