Der BVI legt eine neue Studie vor, die erhebliche Bedenken gegen ein Provisionsverbot für finanzielle Dienstleistungen äußert und kommt zum Ergebnis, dass die Provisionsverbote in den Niederlanden und Großbritannien nicht zu höheren Renditen für Privatanleger geführt haben.
Die Studie stellt Kernargumente der EU-Kommission für ihr Vorhaben eines vollständigen oder teilweisen Provisionsverbots infrage. Die EU-Kommission geht davon aus, dass Verbote die Anlegerrenditen erhöhen würden. Laut der BVI-Analyse trifft dies nicht zu.
Für die Studie hat der BVI umfangreiche öffentliche Daten aus dem Zeitraum 1999 bis März 2023 herangezogen. Die Ergebnisse wurden so angelegt, dass länderspezifische Unterschiede, wie z.B. unterschiedliche Altersvorsorgesysteme, nicht fälschlicherweise als direkte Auswirkungen der Provisionsverbote interpretiert werden können.
Laut der ökonometrischen Analyse stiegen die durchschnittlichen Quartalsrenditen von Privatanlegerportfolios nach Einführung der Verbote lediglich um einen statistisch nicht signifikanten Wert von 0,04 Prozentpunkten. Dem stand allerdings ein deutlicher Rückgang der Netto-Mittelzuflüsse in Investmentfonds gegenüber. Pro Kopf lag dieser Rückgang bei 84 Euro pro Quartal.
„Die EU-Kommission untergräbt mit dem Vorschlag eines Provisionsverbots ihre eigenen Ziele“, so BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter. Zwar hat Kommissarin Mairead McGuinness vorerst von einem umfassenden Verbot von Provisionen Abstand genommen (bitte eventid=20807 beachten). Aber die Idee ist noch nicht vom Tisch. In einem ersten Schritt sollen Provisionen im beratungsfreien Vertrieb verboten werden.
Die vollständigen Ergebnisse der Studie sind auf der BVI-Webseite verfügbar. Der BVI steht für einen konstruktiven Dialog über effektive Wege zur Stärkung des Anlegerschutzes und der Altersvorsorge zur Verfügung.